Datenanalyse · Pflege · Kantonsvergleich

Pflegefachperson: Was derselbe Lohn je nach Kanton wert ist

Eine einzelne Tabelle mit angeblich exakten kantonalen Pflegemedians wäre oft Scheingenauigkeit. SDE trennt deshalb zwei Fragen: Ist der angebotene Bruttolohn für das individuelle Profil marktgerecht, und wie viel Kaufkraft bleibt am vorgesehenen Wohnort? Der Vergleich unten hält den Bruttolohn bewusst konstant.

Kurzantwort: Bei einem identischen Modelllohn von 7’500 CHF entstehen allein durch die offiziellen Referenzmieten und Standardprämien bereits Unterschiede von rund 466 CHF pro Monat. Steuern, BVG, NBU und übrige Lebenshaltungskosten kommen erst danach.
DatenquelleSDE-FormelAnnahme

Vergleich mit konstantem Lohn

Fünf Kantone, derselbe Modelllohn

Die Rechnung zieht vom Modelllohn 7’500 CHF zuerst 6,4 Prozent AHV/IV/EO/ALV, die BFS-Durchschnittsnettomiete einer 3-Zimmer-Wohnung und die kantonale BAG-Standardprämie für Erwachsene ab.

Referenzszenario, CHF pro Monat
KantonModellbruttoBFS-MieteBAG-PrämieZwischenwert
Zürich / Zurych7’500 CHF1’732 CHF585.8 CHF4’702.2 CHF
Bern / Berno7’500 CHF1’288 CHF612.8 CHF5’119.2 CHF
St. Gallen7’500 CHF1’312 CHF540.1 CHF5’167.9 CHF
Aargau7’500 CHF1’440 CHF570.8 CHF5’009.2 CHF
Thurgau7’500 CHF1’308 CHF544.8 CHF5’167.2 CHF

Szenario Der Zwischenwert liegt vor BVG, NBU, Steuern, Nebenkosten, Verkehr und übriger Lebenshaltung. 7’500 CHF sind kein behaupteter Pflegemedian.

Ergebnis lesen

Standortwirkung sichtbar machen

Im Modell ist St. Gallen knapp vorne, Zürich hinten. Die Differenz beträgt rund 466 CHF pro Monat, obwohl das Brutto identisch ist. Das Ergebnis darf nicht als Kantonsranking missverstanden werden: Steuer, konkrete Gemeinde, Schichtzulagen, Mietangebot und persönliche Versicherungswahl können die Reihenfolge verändern.

Die BFS-Mieten sind arithmetische Mittel bestehender Nettomieten von 2024. Sie sind keine aktuellen Angebotsmieten. Die BAG-Werte sind Standardprämien mit Franchise 300 und Unfall; individuelle Modelle können günstiger oder teurer sein.

Pflege-spezifisch

Vier Punkte, die ein Monatslohn nicht zeigt

01

Schichtzulagen

Nacht, Wochenende, Feiertage und kurzfristiges Einspringen als eigenen Jahreswert erfassen.

02

Funktion und Abschluss

Diplomanerkennung, Fachbereich, Verantwortung und Führung verändern den Benchmark.

03

Pensum

Vollzeitäquivalent und tatsächliches Pensum trennen, damit Teilzeitangebote vergleichbar bleiben.

04

Arbeitsweg

Frühe und späte Schichten können eine Verbindung unbrauchbar machen, obwohl der Tagesfahrplan gut aussieht.

Methodik

Quellen und Datenstand

SDE trennt amtliche Beobachtungen, kollektivvertragliche Werte und editierbare Annahmen. Die Rohwerte dieser Seite stehen zusätzlich als JSON-Snapshot bereit.

Stand 21.09.2026 · Offizielle Werte werden nicht auf 2026 hochgerechnet, wenn die Quelle 2024 misst. Szenarioannahmen sind sichtbar und im Rechner änderbar. JSON

FAQ

Häufige Fragen

Gibt es einen offiziellen Pflege-Median für jeden Kanton?

BFS Salarium berechnet eine statistische Lohnspanne aus einem vollständigen Profil. Eine einfache, amtliche Liste mit einem exakten Median je Kanton und Pflegefunktion ist damit nicht gleichzusetzen. SDE weist deshalb den Modelllohn als Eingabe aus.

Warum vergleicht die Tabelle überall 7’500 CHF?

Der konstante Modelllohn isoliert den Standorteffekt. 7’500 CHF sind hier keine Behauptung über den typischen Pflegelohn, sondern ein transparentes Rechenbeispiel.

Was fehlt im Zwischenwert?

Der Zwischenwert zieht 6,4 Prozent AHV/IV/EO/ALV, die BFS-Referenzmiete und die BAG-Standardprämie ab. BVG, Nichtberufsunfall, Steuern, Nebenkosten, Verkehr und Lebenshaltung sind noch nicht enthalten.

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